Reisebericht Türkei – Rundreise Istanbul, Kappadokien, Westküste

By admin
In Reiseberichte
Aug 24th, 2012
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Türkei - Turkey - Türkiye

Türkei – Turkey – Türkiye

Merhaba Türkei-Freunde – Mein Reisebericht über eine Rundreise in der wunderschönen Türkei – Von Istanbul über Kappadokien bis an die türkische Ägäisküste nach Kusadasi. Eine Reise mit vielen kulturellen Highlights, äußerst freundlichen türkischen Einwohnern, einsamen Wanderungen und sehenswerten Weltkulturerben, wie die Altstadt von Istanbul, dem grandiosen Ephesus oder den Kalksinterterrassen von Pamukkale.

Innerhalb von 14 Tagen haben wir im September 2011 ein tolles Land entdeckt und dabei einzigartige Natur gesehen, uns mit freundlichen Türken unterhalten und natürlich lecker gegessen. Wir haben Kultur gemacht, wir haben entspannt, wir waren aktiv! Ein ausgeglichener Urlaub in der Türkei, wie er besser nicht hätte sein können.

Wie meistens sind wir individuell unterwegs gewesen und haben das Land auf eigene Faust erkundschaftet. Da die Türken sehr weltoffen und freundlich sind, ist dies auch gar kein Problem. Ich habe am Ende des Artikels ein kleines Video mit ein paar Passagen des Urlaubs zusammen geschnitten. Hier zu finden.


[tab name=“Reiseverlauf“] [/tab] [tab name=“Best of Istanbul“]
  • Beyazıt-Moschee
  • Süleymaniye Moschee
  • Yeni Camii
  • Bosporustour
  • Blaue Moschee – Sultan-Ahmed-Moschee
  • Hagia Sophia
  • Cisterna Basilica
  • Kleinen Hagia Sophia
  • Galataturm mit Panoramablick
  • Taksim Platz
  • Blaue Moschee zum Zweiten
  • Topkapi Palast
  • Blaue Moschee zum Dritten
  • [/tab] [tab name=“Best of Kappadokien“]
  • Göreme
  • Zemi Valley
  • Rose Valley
  • Çavuşin
  • Pasabagi Tal & Feenkamine
  • Liebestal
  • Uçhisar & Taubental
  • Unterirdische Stadt Derinkuyu
  • Ihlara Tal
  • Avanos
  • [/tab] [tab name=“Best of Türkische Ägäis“]
  • Kusadasi
  • Ladies Beach
  • Ephesus
  • Pamukkale
  • [/tab] [end_tabset]

    Die Idee in die Türkei zu fahren und Urlaub zu machen entstand durch einen Fernsehbericht über Kappadokien. Eine außergewöhnliche Landschaft in Zentralanatolien mit einer vielfältigen Höhlenarchitektur, Felsformationen und unterirdischen Städten. Jedoch nur Wandern in diesem Teil der Türkei war uns zu wenig, somit wurde die Reise durch ein paar Tage Istanbul und die westliche Ägäisküste um Izmir, Kusadasi komplettiert.

    Istanbul

    Tag 1 – Istanbul

    Istanbul - Türkei

    Istanbul – Türkei

    Ich hätte auch eine vorgefertigte Rundreise per Internet buchen können. Diese gibt es oft zu günstigen Preisen. Aber ich wollte flexibler sein, nicht ewig mit dem Bus fahren und nicht ständig in Teppichmanufakturen eingesperrt werden. Daher buchte ich alle Bausteine der Reise separat – die Flüge, die Hotels und die Transfers. Letztlich betrug der Preis lediglich um die 850,- Euro für alles, inklusive Ausflüge etc.

    Über ebookers.de hatte ich den Hinflug von München zum Atatürk Flughafen in Istanbul gebucht. Knappe 2,5h später ist man bereits in Istanbul angekommen. Zum Hotel ging es per Shuttle, welches ich ebenfalls online über istanbulairportshuttle.com für 20,- Euro gebucht hatte. Das hat auch problemlos geklappt.

    Während wir ein anderes Urlaubspärchen im Shuttle zu deren Hotel brachten, konnten wir gleich eine kurze Stadtrundfahrt genießen. Ca. 45 Minuten später erreichten wir unser kleines und einfaches Hotel – das Hotel Nezih. Über HRS habe ich hier für 135,- Euro drei Nächte gebucht. Laut Holidaycheck mit einwandfreien Bewertungen und super Lage. Mitten im Zentrum und doch ruhig in einer Seitenstraße. Das Hotel kann ich durchaus empfehlen. Es ist zwar klein und sehr einfach eingerichtet, aber sauber und sehr gut gelegen.

    Sightseeing in Istanbul

    Beyazıt-Moschee in Istanbul

    Beyazıt-Moschee in Istanbul

    Nur eine kurze Erfrischung und ab in die Stadt zum Sightseeing. 3 Tage für eine riesen Metropole wie Istanbul sind nicht viel Zeit. Dank der günstigen Lage konnten wir direkt auf der gegenüber-liegenden Straße damit anfangen.

     Zum einen ist hier der Eingang zum Grand Bazaar, welchen wir aber vorerst ausließen und zum anderen steht hier die Beyazıt-Moschee. Eine schöne Moschee, die uns direkt vermittelte, das wir nun in der Türkei angekommen sind und den Urlaub starten können. Viel zu sehen gibt es hier allerdings noch nicht.

    Wir gönnen uns für einen Lira ein Süßgebäck aus den mobilen Ständen am Straßenrand. Ich hätte erwartet, dass wir wie gewohnt einen Touristenpreis erhalten, aber kein Anzeichen davon. Sehr löblich muss ich sagen.

    [box type=“info“ size=“medium“ title=“Geld tauschen“]Geld könnt ihr vor Ort an jeder Wechselstube tauschen. Dies ist günstiger als in Deutschland oder am Flughafen. Natürlich sollte man wie gewohnt das Wechselgeld nachzählen. [/box]

     Wir gehen bei strahlendem Sonnenschein am Markt und am Uni-Gelände vorbei zur Süleymaniye Moschee. Eine der größeren Moscheen in Istanbul, welche in nur 7 Jahren zwischen 1550 und 1557 errichtet wurde. Die Moschee umfasst knappe 59m² und drumherum befinden sich Mausoleen, ein Friedhof, der Reinigungsbrunnen sowie weitere Gebäude. Die Hauptkuppel ist 53 Meter Hoch mit einem Durchmesser von 27,25 Meter. Wikipedia hilft wie gewohnt bei allen weiteren Fragen dazu.

    Der Besuch bei der Süleymaniye Moschee war extrem entspannend, da hier so gut wie keine anderen Touristen vorbei kamen. Es gibt nebenan einen kleinen, aber feinen Markt. Die Preise hier sind bei weitem besser günstiger, als rund um die Blaue Moschee.

    Am Ende des Marktes bzw. Links von der Moschee gibt es ein paar kleine Teegärten und Restaurants. Wir haben uns dort einen Çay gegönnt. Besonders lecker ist der Apfel-Tee, wie überall in der Türkei. Dieser wird übrigens auch auf den Basaren angeboten. Allerdings werden hier nur getrocknete Apfelstücken verkauft. Das ist leider nicht der selbe Tee wie in den Teegärten.

    Der Bosporus und die Yeni Cami

    Nach unserem Teestopp sind wir durch die Gassen des großen Bazaars in Richtung des Bosporus (Link wikipedia) gegangen. Durch den Gewürzmarkt und Ägyptischen Basar gelangt man direkt zur neuen Moschee, der Yeni Camii. Eine beeindruckende Moschee am Ende der Galatabrücke, welche jeder auf seinem Plan haben sollte. Wir sind direkt zur Gebetszeit vorbeigekommen und konnten mitverfolgen, wie ein Gebet abläuft. Ein interessanter Einblick in die türkische Kultur.

    Bosporusrundfahrt

    Direkt neben der neuen Moschee an der Galatabrücke starten die Boote zur Bosporusrundfahrt. Ca. 1,5h Stunden fährt das Boot entlang des Hafens durch die Bosporusbrücke und zurück. Für knappe 3,50 Euro sollte die Fahrt auf jeden Fall durchgeführt werden. Der Bosporus gehört zu einer der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt. Ein Schiff jagt dort das andere.

    Nach der Rundfahrt geht es zurück durch die Stadt zum Hotel. Wir essen in einem Restaurant etwas zu Abend. Der Name der Lokalität ist mir leider entfallen. Und da in Istanbul noch kein Streetview vorhanden ist, finde ich dieses auch nicht mehr. Letztlich hätte ich hierfür aber auch keine Empfehlung ausgesprochen.

     

    Tag 2 – Istanbul

    Sultan-Ahmed-Moschee vom Innenhof

    Sultan-Ahmed-Moschee vom Innenhof

    Am zweiten Tag geht es zu den Hauptsehenswürdigkeiten von Istanbul – die Sultan-Ahmed-Moschee, die Hagia Sophia und dem Hippodrom.

    Um 9:30 Uhr sind wir vor Ort. Angesichts der Vielzahl an Touristen zu spät, nein eigentlich zu früh, wie sich später herausstellt. Wie vielerorts werden auch hier die Reisegruppen per Bus am frühen Morgen her chauffiert.

    Die Warteschlange vor der Sultan-Ahmed-Moschee, auch Blaue Moschee genannt und die einzige Moschee in Istanbul mit sechs Minaretten, schlängelt sich von links nach rechts und wieder zurück durch den Vorhof der Moschee. Auch der Nebeneingang ist voll mit Touris. Stundenlang warten wollten wir hier eigentlich nicht.

    Während wir uns noch unschlüssig sind, war wir nun tun, werden wir von einem Türken angesprochen. Er hat rausgehört, dass wir Deutsche sind und möchte unser Guide sein. Preise werden wie immer am Ende der Tour verhandelt, bei Nichtgefallen natürlich kostenlos. 😉 Wir gehen mit ihm mit. Links an der Blauen Moschee führt er uns in eine Grabkammer, in welche wir alleine nicht rein gegangen wären, da hier ausschließlich Türken waren und es nicht nach Touristeneingang aussah. Hier sind Ahmet I., seine Frau und drei seiner Söhne, Osman II., Murat IV. und Prinz Bayezit begraben. In die Moschee selber kommen wir aber auch mit ihm nicht. So beschlossen wir weiter zu gehen.

    Cisterna Basilica

    Wir gehen anschließend zur Cisterna Basilica, welche ich ebenfalls in meinem Tourablauf geplant hatte. Hier können wir dank des Guides ohne Warten eintreten. Immerhin das hat sich gelohnt. Der Versunkene Palast, wie die Zisterne auch genannt wird, misst 138 Meter x 65 Meter und wird von 336 jeweils acht Meter hohen Säulen gestützt. Für 10 Türkische Lira lohnt sich der Eintritt.

    Viel Zeit braucht ihr für die Zisterne nicht einplanen. In 15 – 20 Minuten geht man bequem durch die Yerebatan Sarayι, wie sie auf Türkisch heißt.

    Stadtrundgang in Istanbul

    Sultan-Ahmed-Moschee von hinten

    Sultan-Ahmed-Moschee von hinten

    Mehr hat unser Guide nicht zu bieten. Da die Warteschlangen sowohl vor der Hagia Sophia, als auch der Blauen Moschee immer noch zu lang sind, beenden wir die Führung. Meine Freundin darf noch kurz einen Blick in ein Hamam werfen, bei welchen ich draußen warten muss, und Ende im Gelände.

    Die Preisverhandlungen gestalten sich wie immer zäh. Ich möchte ja auch nicht unverschämt erscheinen. Ich gebe ihm 40 Lira, ca. 18,- Euro. Viel zu viel für die Leistung und was wir dafür anderenorts noch sehen.

    In der Kleinen Hagia Sophia

    In der Kleinen Hagia Sophia

    Kleinen Hagia Sophia

    Hinter der Sultan-Ahmed-Moschee geht es runter zu einem kleinen Markt. Hier ist trotz der Nähe zur Moschee fast nichts los. Wir trinken entspannt einen Tee und lassen uns erzählen, dass die Freundin des Kellners angeblich eine Deutsche ist. Er beherrscht leider kein einziges deutsches Wort. Er ist jedoch nett und schickt uns zur sogenannten Kleinen Hagia Sophia. Hier der wikipedia-Link dazu.

    Sie ist nach Angaben das bauliche Vorbild für die große Hagia Sophia und gehört zu den wichtigsten frühbyzantinischen Bauwerken Istanbuls. Interessant ist auch, dass sie für knapp 1000 Jahre eine Kirche war, die Sergios- und Bakchos-Kirche, und erst im Jahre 1504 von Hüseyin Aga zur Moschee umgewandelt wurde. Sie ist natürlich nicht so spektakulär wie das große Pendant, aber dafür kann sie in Ruhe betrachtet werden. Nur ein zwei andere Touristen verirren sich hierher.

    Wir gehen anschließend entlang des Bosporus, vorbei an alten Stadtmauern, bis wir beim Hagia Sophia Museums-Tor angekommen. Hier werden soeben Hochzeitsfotos geschossen. Hinter dem Tor gibt es eine niedliche Gasse, welche wieder herunterführt vom Berg und am Gülhane Park endet. Dem Park am Topkapi Palast.

    Wasser-Becher in Istanbul

    Wasser-Becher in Istanbul

    Bis hierhin haben wir bereits 7km auf unserem Kilometerzähler. Dafür das es erst 12:30 Uhr keine schlechte Leistung. Es wird Zeit für Mittag. Ein kleiner Snack mit Köfte und Brot, dazu ein Ayran müssen genügen. Das wahre kulinarische Highlight haben wir hier bisher nicht gefunden. Interessant finde ich, dass es Wasser hier in kleinen Bechern gibt, welche ähnlich einem Joghurt-Becher bei uns sind. Immerhin sehr hygienisch.

    Wir gehen anschließend weiter zur Galata-Brücke an der Yeni Cami, welche wir ja bereits gestern gesehen hatten. Die Brücke kann zu Fuß überquert werden. Hier wird viel geangelt. Unterhalb der Brücke gibt es passend dazu mehrere Fischrestaurant. Wobei das eine mit dem anderen hier nichts zu tun haben dürfte. Die Angler nutzen ihren Fang für den Privatgebrauch.


    Der Galataturm mit Panoramablick

    Unser nächstes Ziel ist der Galataturm im Stadtteil Beyoğlu. Der 67 Meter hohe Turm bietet sich als super Aussichtsplattform für einen Blick auf Istanbul an. Der Turm an sich ist nicht sehr spannend, aber der Ausblick lohnt sich. Nach einer kurzen Wartezeit und einem Eintrittspreis von ca. 5,- Euro geht es per Fahrstuhl hoch.

    Von hier aus sehen wir rüber auf die andere Seite von Istanbul, dem asiatischen Teil. Wir erblicken die Yeni Cami, die Blaue Moschee, Hagia Sophia und Häuser soweit das Auge reicht. Istanbul ist eine Megastadt. Unglaublich wie groß! Mit knappen 15 Millionen Einwohnern aber auch kein Wunder.

    Panorama-Blick vom Galataturm auf Istanbul

    Panorama-Blick vom Galataturm auf Istanbul

    Istanbul ist durch viele Berge geprägt und lange Fußmärsche könnten für Fußkranke bei dieser Hitze zum Problem werden. Uns stört das nicht weiter, aber ich möchte es einmal gesagt haben. Das Trambahnnetz bzw. die Metro in Istanbul ist gut ausgebaut. Eine gute Möglichkeit von A nach B zu kommen. Eine Übersicht dazu gibt es wie immer bei wikipedia.

    Hier findet Ihr dann noch eine U-Bahn Karte für Istanbul.

    Denkmal der Republik - Taksim Platz

    Denkmal der Republik – Taksim Platz

    Der Taksim Platz

    Der weitere Weg führt uns zum Taksim-Platz. Der Platz befindet sich am höchsten Punkt des Stadtteils Beyoğlus und ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt Istanbuls.

    Meine Türkischlehrerin meinte, (ja, ich habe vorher einen Sprachkurs gemacht) wer in Istanbul ist und nicht den Taksim-Platz gesehen hat, der hat was verpasst!

    Vielleicht war nach dem langen Marsch mein Blick fürs Wesentliche nicht mehr da, aber ich kann diese Ansicht nicht teilen. In der Mitte des Platzes steht das Denkmal der Republik, zur Erinnerung der Gründung der Türkischen Republik im Jahre 1923, viel mehr aber auch nicht.

    Wieder zur Blauen Moschee

    Der Weg zurück führte über viele Stufen herunter, entlang des Bosporus mit seinen vielen Anglern, durch den Grand Bazaar bis zur Blauen Moschee. Ja, wieder zur Blauen Moschee. Wir hatten sie ja noch nicht von innen gesehen. Wer hätte gedacht, dass dies so schwierig wird?! Denn auch an diesem Abend kommen wir nicht rein.

    Die Öffnungszeiten der Sultan-Ahmed-Moschee sind unterschiedlich angegeben. Einige Webseiten verweisen auf 09:00 – 16:30 Uhr, andere meinen Ganztags, nur zu Gebetszeiten nicht. Wie immer scheint die Wahrheit dazwischen zu liegen. Richtig ist natürlich, dass diese Moschee während der Gebetszeiten nicht von Touristen betreten werden darf. Meiner Meinung nach, war der letzte Einlass gegen 18:00 Uhr. Ich habe den Ablauf für die Öffnung und Schließung der Moschee nicht durchblickt. Wie auch immer, wir kaufen bei der netten Dame noch ein Seidentuch und schießen ein paar nächtliche Fotos von den Moscheen. Nebenan findet eine Derwisch Aufführung statt.

    Tag 3 – Istanbul – Topkapi Palast

    Viel steht für den letzten Tag in der türkischen Hauptstadt nicht mehr auf dem Plan. Wir schlendern über den Großen Bazaar und kaufen dort für 10 Türkische Lira einen Rock, eine Handnähmaschine, den falschen Apfeltee und schreiben die ersten Postkarten für Familie und Freunde zu Hause.

    Nachmittags besuchen wir den Topkapi Palast (InfoLink wikipedia). Der Palast aus dem 15. Jahrhundert umfasst 69 Hektar und fungierte früher mit bis zu 5000 Bewohnern als eigenständige Stadt. Er ist in vier Höfe unterteilt, mit einem tollen Blick auf Istanbul und den Bosporus. Der Eintritt in den Palast samt Mueseum ist mit 10,- Euro nicht ganz billig, dennoch sehenswert. Ein Audioguide hilft durch die Höfe, den Parks und andere Räumlichkeiten .

    Es lohnt sich vorab ein Blick auf die offizielle Homepage des Palast. Hier findet ihr einen virtuellen Rundgang.

    Blaue Moschee die Dritte

    Der letzte Abend in Istanbul und der letzte Versuch in die berühmte Blaue Moschee zu kommen. Über den Seiteneingang geht es in die Moschee. Keine Warteschlange und kurz vor knapp, denn es ist 15 Minuten vor 18:00 Uhr. Es ist immer noch etwas los in der Moschee, nicht viel, aber dafür war draußen auch keine Warteschlange. Ich möchte nicht wissen, wie es hier am Morgen abgeht, wenn die Reisegruppen hier sind.

    [box type=“info“ size=“medium“ title=“Tipp: Blaue Moschee am Abend besuchen“]Wer es sich einrichten kann, der sollte die Blaue Moschee am Nachmittag oder frühen Abend besuchen. Kein Anstehen, keine Reisegruppen![/box]
    Blaue Moschee Istanbul - Im Inneren

    Blaue Moschee Istanbul – Im Inneren

    Die Sultan-Ahmed-Moschee wurde in den Jahren 1609 – 1616 gebaut und ist heute die Hauptmoschee Istanbuls. Der Name Blaue Moschee ist aufgrund der blau-weißen Fliesen, welche die Kuppel und den oberen Teil der Mauern zieren, entstanden. Bekannt dürfte auch sein, dass die Blaue Moschee eine der wenigen Moscheen mit sechs Minaretten ist, nur die Hauptmoschee in Mekka hat mit sieben Minaretten eines mehr. Übrigens laut wikipedia hat die Moschee in Mekka neun Minarette. Was stimmt nun?

    Den Gebetsraum haben wir uns bei dem Andrang der hier jeden Tag herrscht und nach zwei vergeblichen Versuchen pompöser vorgestellt. Aber das ist eher des Credo der christlichen Kirche. Trotzdem ist es nett anzuschauen. Der große Gebetsraum (53m x 51m) wird von 260 Fenstern erhält. In der Mitte der Moschee befindet sich der übliche gigantische Kronleuchter, welcher in der 23,5m x 43m großen Hauptkuppel hängt.

     [box type=“warning“ size=“medium“ title=“Was gibt es in Moscheen zu beachten?“][unordered_list style=“tick“]

    • Betreten nur ohne Schuhe
    • Frauen müssen Kopf und Schultern bedecken
    • Herren sollten Mützen abnehmen
    • Keine Hosen die über dem Knie enden
    • Unterhaltungen nur in Zimmerlautstärke oder leiser
    • Im gekennzeichneten Besucherbereich bleiben
    [/unordered_list][/box]

    Istanbul ist eine tolle Stadt. Eine Städtereise für eine paar Tage ist ein schönes Erlebnis. Es gibt viel zu sehen und zu erleben vom multikulturellen Teil des Landes. Tolle Sehenswürdigkeiten an jeder Ecke garantieren einen einzigartigen Urlaub. Wir lassen die Metropole hinter uns und reisen am nächsten Morgen weiter zu unserem nächsten Stopp – Kappadokien.

    [box type=“warning“ size=“medium“ title=“Achtung: Touristenfalle in Istanbul“ ]Ich habe Istanbul als sehr sicher empfunden, aber leider gibt es auch hier, wie in jedem Land, Leute die versuchen Touristen abzuzocken. Welche Methoden dies sind könnt ihr hier nachlesen.[/box]

    Zentralanatolien

    Tag 4 – Kappadokien – Göreme

    Wir fliegen von Istanbul nach Kayseri mit dem Ziel Göreme. Wir hätten auch per Zug oder Bus fahren können, da das Verkehrsnetz in der Türkei einwandfrei ausgebaut ist. Es wäre günstiger gewesen, hätte dafür aber länger gedauert. Daher haben wir über die Webseite von Pegasus Airlines einen günstigen Flug gebucht. Zwei Personen für 89,- Euro, ein guter Preis. Den ca. 1,5 stündigen Transfer vom Flughafen nach Göreme hatte ich über meine Pension für 15,- Euro organisiert.

    Für fünf Tage bezogen wir die Anatolia Cave Pension, welche ich über booking.com gefunden hatte und die eine Fabelhafte Bewertung dort hat.

    Kleine Töpferei am Rand von Göreme

    Kleine Töpferei am Rand von Göreme

    Mit dem Besitzer Bekir hatte ich geemailt und einen kleinen Discount ausgehandelt. Für insgesamt 150,- Euro buchte ich ein Standard-Doppelzimmer. Die Pension bietet auch Gemeinschaftsräume oder die Höhlenzimmer an. Einen dieser Cave-Rooms durften wir für die ersten zwei Nächte nutzen, da unser Zimmer noch nicht frei war. Bekir und seine Frau, welche übrigens auch deutsch spricht, sind sehr nett und hilfsbereit.

    Neben dem Preis waren die perfekte Lage und die Zusatzleistungen mein größtes Entscheidungskriterium. Göreme ist ein wunderschöner kleiner Ort und Zentrum Kappadokiens. Von hier aus sind alle Täler zu bewandern oder Ausflüge durchzuführen. Der Ort bietet zahlreiche kleine Restaurants und einen kleinen Markt. Zu unserer Zeit waren nur wenige Touristen unterwegs. Sehr entspannend, sehr ruhig, einfach wundervoll.

    Der erst Weg führt uns durch das kleine Dorf zu einem Restaurant. Mit einem Efes und ein paar türkischen Spezialitäten stärken wir uns. Hier wird traditionelles Essen angeboten. Heute und die nächsten Tage werde ich merken, dass mir die Gerichte hier besser schmecken, als in Istanbul. Dort haben wir anscheinend nicht die richtigen Restaurants gefunden. Lecker ist es!

    Das Land der schönen Pferde

    Kappadokien wird auch als das Land der schönen Pferde bezeichnet. Wir starten ins Blaue, um es zu erkunden. An unserer Pension vorbei gehen wir in Richtung des Open-Air Museums von Göreme. Eines der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Kappadokiens. Der Reiz der weiten Landschaft und schroffen Felsen zieht uns mehr in den Bann, als das Museum. Wir gehen daher querfeldein.

    Es gibt viele Höhlen in den Tuffsteinen, natürliche und handgemachte, zu sehen. Teilweise noch mit Bemalung. In den meisten von ihnen haben früher die Menschen gelebt. Wir steigen auf die Berge und können eine einzigartige Landschaft entdecken. Es ist heiß hier oben und einfach unglaublich. Wir sehen bis nach Uchisar und der Burg im Berg, dem Uçhisar Kalesi, welcher über allem hinweg thront.

    Panorama-Blick in die Täler und Tuffsteinkegel von Kappadokien

    Panorama-Blick in die Täler und Tuffsteinkegel von Kappadokien

    Wir gehen in Richtung des Zemi Valleys. Ein eher unspektakulärer Weg. Am ersten Abzweig links gibt es eine Kirche. Diese wird von einem netten Mann bewacht, welcher Eintritt verlangt. Sie heißt wohl El Nazar Kirche, Kirche gegen den bösen Blick. Sie ist nicht sehr groß und der Eintrittspreis überzogen. Wir haben uns dann zum halben Preis überreden lassen. Der freundliche Mann hat nicht viel zu tun und bekommt zu dieser Zeit wohl eher selten Leute zu sehen. Er lädt uns, wie üblich in der Türkei, auf einen Tee ein. Wir sagen diesmal nein. Eine eher unhöfliche Geste in der Türkei. Aber wir wollen ja noch mehr sehen.

    Das Zemi Tal bleibt wie erwähnt eher unspannend. Eine nette Höhle mit Treppenaufgang finden wir noch. Ein paar Äpfel und Trauben stehen als Proviant am Wegesrand bereit. Nachdem sich der Weg aber später verliert, gehen wir zurück zum Dorf. Über Stock und Stein und den steilen Berg hinauf gelangen wir zum Aussichtspunkt von Göreme. Hier bietet sich ein toller Blick auf Göreme und das Drumherum.

    Panorama-Blick über Göreme und die Landschaft Kappadokiens

    Panorama-Blick über Göreme und die Landschaft Kappadokiens

    Tag 5 – Kappadokien – Rose Valley

    Von Bekir und seiner Frau haben wir eine Übersichtskarte der Täler erhalten. Im Internet finden sich leider nur wenige Karten und auch diese von Bekir ist keine Detailkarte, sondern nur ein A4 Blatt mit Strichen. Wir gehen grob geschätzt zum Rose Valley.

    Dieses starten beim Freibad auf dem Feld. Zumindest habe ich das Gefühl es soll ein Freibad sein. Gäste sind hier nicht, aber es gibt ein Becken mit Rutsche. Links geht es in das Rose Valley. Auf großen Steinen finden wir immer mal wieder den Namen des Tals mit einem Pfeil angesprüht. Eine vernünftige Ausschilderung der Täler gibt es nicht. Angesichts des steigenden Tourismus‘ in dieser Gegend etwas seltsam.

    Das Mittagessen von gestern ist meiner Freundin nicht so sehr bekommen. Die Hitze in den Tälern tut sein weiteres. Wo genau wir sind vermag ich nun nicht zu sagen. Einige höhere Berge und es geht wieder runter. Da wir immer mal wieder auf vereinzelte andere Wanderer stoßen, fühlen wir uns auch nicht verloren. Das Rosé Valley geht hier ins Red Valley über.

    Zwischendurch kommen wir an einem kleinen Teehaus mitten in der Pampa vorbei. Wir gehen noch 20 Minuten weiter und erreichen auf einem Berggipfel ein Teehaus und die Haçli Church, die Kreuzkirche. Zeit für eine Pause und den tollen Ausblick auf die Tuffsteinkegel, Feenkamine und was die Natur, bzw. der Vulkan, hier noch so geschaffen hat. Knappe 1,5h bis hierher hat es gedauert.

    Çavuşin

    663 Jahre Alt - wie das?

    663 Jahre Alt – wie das?

    Vom Teehaus gehen wir eine weitere 3/4h bis nach Çavuşin – dem Nachbarort von Göreme. Kurz vor dem Ort gibt es einen kleinen Friedhof. Nichts besonderes, aber aufgefallen ist mir ein Grabstein. Steht auf diesem doch geboren im Jahre 1326, gestorben 1989. Süleyman ist somit 663 Jahre alt geworden!

    Es ist kein Fehler bei der Herstellung gewesen, denn die Lösung des langen Lebens ist folgende: Im Jahre 1917 wurde in der Türkei die islamistische Zeitrechnung durch den Gregorianischen Kalender ersetzt, welcher nun weltweit gilt. 1926 wurde in der Türkei dann der internationale Kalender eingeführt. Somit folge auf das Jahr 1341 das Jahr 1926, ein Zeitsprung von 585 Jahre. Wenn ich richtig gerechnet habe, sollte er somit 78 Jahre alt geworden sein.

    Von weitem fallen bereits die Höhlenkirchen in Çavuşin auf. Die Felsenstadt ist beeindruckend, wenn man bedenkt, dass 1963 ein großer Felsabbruch vieles zerstört hat. Viel mehr gibt es hier nicht zu sehen und das Dorf ist schnell durchwandert. Am anderen Ausgang des Dorfes befindet sich noch die Taubenschlagkirche aus dem 11. Jahrhundert.

    Felsenstadt von Çavuşin in Kappadokien

    Felsenstadt von Çavuşin in Kappadokien

    Feenkamine im Pasabagi Tal

    Es ist erst 13:00 Uhr und wir wandern weiter. Laut meiner Recherchen und der Karte muss es hinter Çavuşin zum Zelve Tal und dem Zelve Museum gehen. Davor müssen noch die wohl bekanntesten Feenkamine sein, dies des Pasabagi Tals. Angeblich sind sie die höchsten und imposantesten Feenkamine Kappadokiens. Da hier diverse Reisegruppen mit dem Bus halten, könnte dies ein Indiz dafür sein.

    Wie immer gibt es keine beschilderten Wege und wir laufen wieder querfeldein in die gefühlt richtige Richtung. Zwischendurch treffen wir auf eine kleine Familie, welche die Traubenernte per Karren einlädt. Ich frage den jungen Mann, ob wir richtig sind. Er sagt mir in besten Englisch, dass es dort lang geht. Wozu habe ich eigentlich den Türkischkurs gemacht?!

    500 Meter weiter empfängt uns ein weiterer Herr und winkt uns freundlich zu. Wie sich herausstellt, sitzt er hier in seinem Garten und wartet auf Touristen. So richtig sind die Gärten hier gar nicht wahrzunehmen, fehlen doch Zäune und offensichtliche Abgrenzungen. Bekir, wie der gute Mann heißt, bietet uns ein Tee an. Diesmal nehmen wir uns die Zeit. Ich bin mir sicher, hier kommen nicht sehr viele Leute vorbei. Mitten auf dem Acker, im Nirgendwo.

    Er erzählt uns von seiner Familie, zeigt uns Backgammon für Anfänger und anschließend seinen Garten. Wir probieren Äpfel, Tomaten etc. Ein sehr netter Mann! Mein Türkisch kommt hier doch noch zum Einsatz. Er bietet uns schließlich ein Barbecue am Abend an. Anscheinend verdient er damit sein Geld. Leider ist es zu weit weg von der Pension. Wir sagen güle, güle und übergeben an die nächsten Touristen.

    Wir gehen den Berg hinauf und blicken direkt auf die Feenkamine des Pasabagi Tals. Die Feenkamine aus Tuffstein sowie der Großteil des Kappadokien-Landschaftsbilds sind entscheidend durch vulkanische Aktivitäten geprägt. Wo früher große Seenplatten und tropische Sumpflandschaften das Bild bestimmten ist heute eine einzigartiges UNESCO-Weltkultur- und Naturerbe vorzufinden.

    Die Feenkamine tragen alle einen Hut aus härterem Gestein, welcher den Kegel schützt. Die einsetzende Erosion formt anschließend die Kamine. Mit der Zeit werden sie sich komplett auflösen und zerfallen.

    Zelve Tal und Zelve Freilichtmuseum

    Vom Pasabagi Tal gehen wir die Straße entlang in Richtung Zelve. 1,5km können bei der Hitze doppelt so lang erscheinen. Ein Eintritt ins Zelve Freilichtmuseum kostet 4,- Euro.

    Hier befinden sich viele gut erhaltene Höhlenwohnungen, welche bis ca. 1950 bewohnt waren. Die Bewohner der einsturzgefährdeten Felsenwohnungen mussten umgesiedelt werden. Die Höhlen können durch die neuen Wege komfortabel besucht werden. Unter diesen Höhlen befindet sich auch eine Moschee. Durch einen Tunnel gelangt man auf die andere Seite des Felsen. Ohne Taschenlampe aber nicht zu machen. Es ist stockdunkel und Lampen nicht vorhanden.

    Wer nicht ins überlaufende Göreme Open-Air Museum möchte, der findet hier eine adäquate Alternative. Anschließend fahren wir mit dem Dolmusch (Dolmuş) zurück nach Göreme und lassen dort den Abend ausklingen.

    Kappadokien aus der Luft

    Tag 6 – Kappadokien – Heißluftballonfahrt

    An diesem Tag ging es früh raus. Sehr früh! Denn wir wollten die Märchenlandschaft Kappadokiens von oben sehen. Mit einem Heißluftballon im Sonnenaufgang die skurrilen Täler mit spitzen Tuffsteinen und verwundenen Gesteinsformationen sehen, das wird sicher jedem in Erinnerung bleiben. Ein tolles Erlebnis.

    Vorbereitung Heißluftballon

    Vorbereitung Heißluftballon

    Neben dem Sonnenaufgang spielen die Windverhältnisse eine entscheidende Rolle, dass es so früh los gehen muss.

    Es gibt unzählige Anbieter in Göreme und Umgebung, welche die Ballonfahrt anbieten. Ich habe über unsere Pension gebucht und dafür 110,- Euro pro Person gezahlt. Im Internet habe ich keinen günstigeren Preis gefunden. Eher im Gegenteil, denn meistens liegen diese so um 165,- Euro. Wir trafen jemand der im Ort gebucht hatte und dort auch bloß 120,- Euro gelöhnt hat.

    Den ganzen Morgen fuhren schon die Jeeps mit den Ballons an uns vorbei. Kaum zu glaube wie viele es sind. Um ca. 4:45 Uhr sollten wir an der Pension abgeholt werden. Kurz nach 5:00 Uhr war der Bus immer noch nicht da. Wir waren die letzten die abgeholt wurden. Hätten wir gewusst, dass die Station nur 100 Meter entfernt ist, wären wir direkt hingegangen. Dort gibt es ein paar Kekse und Kaffee, bevor es in die Busse geht und auf die Felder. Dort warten die Ballons aller Anbieter. In der Saison bis zu 90 Heißluftballons!

    Wir hatten einen mittelgroßen Ballon, in welchem vier Separés vorhanden sind, in welche wiederum jeweils 4 Personen passen. In der Mitte ein großer Raum für den Fahrer. Übrigens sprach unser auch Deutsch, da seine Frau aus Deutschland kommt. Ein erfahrener Ballonfahrer, welcher uns sicher bis auf 1.000 Meter hoch gebracht hat. Nach ca. 70 Minuten ist der Spaß vorbei. Der Blick auf das Liebestal, Taubental und die anderen Täler der Göreme Nationalparks sind einmalig. Unbedingt machen, wenn man hier ist!

    Liebestal – Love Valley

    Nachdem wir in der Pension wie gewohnt gefrühstückt hatten, stand die nächste Tour an – das Liebestal. Bekir war so freundlich und fuhr uns zum Eingang des Tals, da es etwas außerhalb Göremes in Richtung Cavusin liegt. Einfach kurz fragen und das klappt.

    Warum das Tal Liebestal heißt, darf sich jeder selber Anhand der Fotos zusammenreimen. Wie immer gibt es ein paar unbeschilderte Wege. Einige werden mit der Zeit immer enger, andere enden ganz. Im Prinzip geht es jedoch immer geradeaus! Das Tal wird von hohen Bergen eingerahmt. Hier gibt es kein Entkommen.

    Die Länge des Tals beträgt etwa 3,5km, von Straße zur Straße mehr als 4km und ist relativ leicht zu durchwandern, da keine großen Steigungen vorhanden sind. Mal abgesehen vom letzten Anstieg in den Ort Uchisar. Die ganze Strecke, für welche wir nicht mehr als 1,5h gebraucht haben, ist uns nur ein einziges Pärchen entgegen gekommen. Wer Ruhe und Entspannung sucht, der dürfte hier richtig sein. In der Hauptsaison dürften jedoch etwas mehr Wanderer unterwegs sein.

    Uçhisar – Taubental

    Am Ende des Tals kommen wir bei der Onyx-Fabrik in Uçhisar wieder in die Zivilisation. Übrigens werden wir diese Fabrik morgen noch von Innen sehen. Wir schleppen uns weiter die Straße hoch und Essen beim ersten kleinen Restaurant zu Mittag. Dort treffen wir auf ein paar Deutsche. Sie haben gestern eine Tour nach Derinkuyu, einer unterirdischen Stadt, gemacht. Letzter Stopp der Tour ist in der Onyx-Fabrik. Der typische Touristenstopp eben. Sie erzählen mir, dass dort gefragt wird was Kappadokiya übersetzt heißt – Das Land der schönen Pferde. Ein guter Tipp wie sich herausstellen wird.

    Hasan vom Taubental in Uçhisar

    Hasan vom Taubental in Uçhisar

    Unten an der Straße steigen wir ins Taubental ein. Von hier aus ist es nur noch der letzte Abschnitt des Tals. Ca. 1,5km lang, bis man wieder in Göreme ist.

    Zu Beginn müssen wir durch einen kleinen Garten. Hier wartet Hasan. Ein lustiger alter Kauz. Nur noch ein Zahn lugt aus seinem Mund. Aber er ist sehr freundlich, wie alle Türken die wir unterwegs treffen. Sein „Teegarten“ ist größer, als bei Bekir von Cavusin. Hier scheinen des Öfteren Touristen oder Reisegruppen vorbei zu kommen.

    Er hat Schildkröten hier, sagt er, und führt mich zu einem Hochsitz im Baum. Schmunzeln kommen wir zurück, auch meine Freundin soll sich die Tierchen anschauen. Auf dem Baum sitzen Plasteschildkröten. Er macht sich seinen Spaß mit uns.

    Anschließend schenkt er uns eine Schildkröte während wir Tee trinken. Sein Englisch ist nicht so gut, aber mit Händen und Füßen und meinem einfachen Türkisch kommen wir miteinander klar. Er hat ein paar Kleinigkeiten zum Verkauf dort. Wir belassen es beim Tee und ziehen weiter durch das Tal nach Göreme. Das Taubental bietet ein paar Taubenschläge in den Bergen, vielmehr aber nicht.


    Tag 7 – Kappadokien – Ausflug

    Mein Plan eine unterirdische Stadt und das Ihlara Tal per Bus selber zu bereisen, musste ich schnell zerschlagen. Zu weit weg und die Busse fahren nicht günstig. Wir buchten daher die Grüne Tour mit Zielen wie der Unterirdischen Stadt in Derinkuyu, dem Ihlara Tal und der Burg von Selime, welchen wir wieder über Bekir bezogen haben. Der Preis ist mit leider entfallen, aber es war recht günstig. Ich glaube 30,- Euro pro Person inkl. Guide und Mittag.

    Es werden vor Ort und im Internet verschiedene Touren angeboten. Die Rote, die Grüne, die Blaue Tour oder Silver und Gold. Eine Übersicht gibt es auf newgoreme.com

    Derinkuyu – eine unterirdische Stadt

    Um 9:00 Uhr wurden wir mit dem Kleinbus abgeholt. Eine türkische Reiseleiterin war als Guide an Bord. Der erst Stopp war in Uchisar, um ins Taubental zu blicken und auf einem Markt Souvenirs kaufen zu können. Danach ging es direkt zur unterirdischen Stadt. Nur eine von 50 vermuteten in Kappadokien. Acht Stockwerke geht es hier in die Tiefe, bis zu 55m unter der Oberfläche.

    Es wird angenommen, dass diese Städte ein Zufluchtsort vor Angriffen fremder Stämme darstellte. Auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern sollten bis zu 50.000 Menschen leben können. Die Schätzungen gehen jedoch weit auseinander.

    Die Gänge innerhalb der Stadt sind teilweise sehr eng und flach. Für Menschen mit Klaustrophobie ist das hier definitiv nichts! Einige Gänge sind so eng, dass die Guides vorher rufen, ob jemand im Tunnel ist. Wir stießen trotzdem auf eine entgegenkommende Gruppe. Bauch einziehen hieß es für einige. Nach gut 45 Minuten sind wir mit der Besichtigung fertig und fahren zum Ihlara Tal.

    Ihlara Tal

    Gegen 12:00 Uhr durchwandern wir das Ihlara Tal. Die bis zu 150 Meter tiefe Schlucht im Bezirk Güzelyurt hält 50 Felsenkirchen und zahlreiche Höhlenbauten zur Besichtigung bereit. Wir schauen uns eine Kirche an und marschieren zur Mittagsstelle, welche direkt an einem kleinen Flusslauf gelegen ist. Einige Unterstände auf dem Wasser stehen ebenfalls als Mittagsplatz bereit. Das Essen ist gut und ausreichend.

    Anschließend fahren wir nach Selime und sehen uns die Kloster-Höhlen dort an. Nicht ganz ungefährlich in der Höhe ohne Absicherung an den Kanten. Die Kirchen hier sind sehr gut erhalten und außerdem genießt man einen netten Ausblick.

    Onyx Fabrik

    Wir machen noch einen kurzen Foto-Stopp oberhalb des Taubentals, bevor es in die Onyx-Fabrik bei Uchisar geht. Onyx ist ein weit verbreiteter Rohstoff in Kappadokien und wird vorrangig für Souvenirs verwendet. Diesen typischen Touristen-Verkaufsstopp muss man ja leider häufig über sich ergehen lassen. Glücklicherweise verläuft hier alles sehr schnell ab.

    Es wird vorgeführt wie der Stein verarbeitet wird und daraus die typischen Onyx-Eier entstehen. Der Verkaufsleiter fragt nun was Kappadokien eigentlich heißt. Ich erinnere mich an die Jungs gestern und es schnellt „Land of the beautiful horses“ aus meinen Mund. Das eben erstellte Ei gehört mir. Ein weiteres nettes Souvenir. Wir gehen darauf durch den Verkaufsraum und zügig wieder raus, da wir hier nichts brauchen.

    Tag 8 – Kappadokien – Avanos

    Gewandert sind wir genug und wir beschließen heute einen ruhigeren Tag zu verbringen. Wir wollen nach Avanos fahren, einem der bekanntesten Orte für Töpferei. Wir suchen nach diesen tollen handbemalten Schüsseln, welche uns schon in Istanbul aufgefallen sind.

    Der Bus nach Avanos fährt nur 100 Meter von unsere Pension los. Einen konkreten Fahrplan kann ich der Haltestelle hier nicht entnehmen. Wir setzen uns hin und warten. Fünf Minuten später hält ein junger Türke mit seinem klapprigen Auto an und will uns mitnehmen. Nun gut, denken wir uns, ein wenig Kontakt zu den Einheimischen schadet nie. Während wir mit 30-40kmh über die Straße düsen erzählt er uns, dass durch die Touristen keine bezahlbaren Wohnungen mehr in Göreme sind. Viele Einheimische müssten nach Avanos oder in die umliegenden Dörfer ziehen. Ein paar Lira für seinen Taxitransfer kommen ihm daher gelegen. Der Bus überholt uns in diesem Moment. Zum Glück haben wir keinen Zeitdruck.

    In Avanos gehen wir am Kirzilirmak, dem rotem Fluss, spazieren, dessen Lehm ein wichtiger Rohstoff für die Töpfer der Region ist. Später landen wir in einer Töpferei, um nach den Schüsseln zu gucken. Es ist beeindruckend, was dort alles angeboten wird. Ich werde auf den Töpferposten gesetzt und darf mich im Töpfern probieren. Es sieht so einfach aus, aber es bewegt sich nichts an dem Lehmklumpen vor mir.

    Türkische Ägäis

    Tag 9 – Kusadasi

    Wir verabschieden uns vom wundervollen Kappadokien und fliegen mit Pegasus Airlines nach Izmir. Der Transfer, für 20,- Euro über A2B Transfers, klappt hier leider nicht so reibungslos. Mit viel telefonieren werden wir 30 Minuten später abgeholt, müssen dann aber auf einen weiteren Flug warten, bevor es endlich nach Kusadasi geht. Eine abenteuerliche Fahrt. Die Straßen entlang der Küste haben es in sich. Wir fahren durch Gebirge mit steilen Abhängen, aber Rücksicht auf die Touristen wird hier nicht genommen. Die Rückfahrt wird später ähnlich schlimm.

    Hotel Alibabam

    Das Hotel dürfte das Schnäppchen meines Lebens gewesen sein. Ein Doppelzimmer für 7 Nächte inklusive Frühstück für, festhalten!, 59,75 Euro! Gebucht habe ich das Hotel über alpharooms. Einem britischem Portal für Hotelschnäppchen.

    Das Hotel (Webseite) hat glaube ich keinen Stern. 🙂 Es ist auch eher etwas für Anspruchslose. Dafür liegt es toll auf einem Berg mit super Ausblick auf das Meer. Der Weg zum Hafen mit Markt etc. dauert etwa 15 Minuten zu Fuß. Das Mobiliar ist alt, die Dusche klein und grenzwertig und das Clubhotel nebenan recht laut. Frühstück ist halt 2-3 Sterne Standard. In Spanien bekomme ich es in dieser Klasse nicht besser. Dafür ist ein großer Pool und eine schöne Terasse vorhanden. Dank der wenigen Gäste, hatten wir quasi ein Privatpool für uns. Zum Relaxen echt schön hier.

    Ladies Beach

    Am Nachmittag gehen wir durch die kleine Stadt zum Ladies Beach. Vorher essen wir gut und günstig Pizza. So gute Pizza hätte ich in der Türkei gar nicht erwartet. Der Ladies Beach ist gerammelt voll. Das Beispiel mit der Sardinenbüchse triff hier voll und ganz zu. Auf dem fünf Meter breiten und ca. 500 Meter langen Strand tummeln sich tausende Badegäste. Das Wasser ist ok, aber alles andere lädt hier nicht zum Verweilen an.

    Einmal kurz Planschen und wieder raus. Entlang der Promenade finden wir verschiedene Anbieter für Ausflüge. Da wir noch nach Pamukkale wollen, gucken wir hier nach einem Angebot. Letztlich buchen wir eine Fahrt inklusive Eintritt, Mittagsbuffet und deutschsprachigem Guide für 80 TL, ca. 32 Euro. Wiederum ein günstiger Preis für die lange Fahrt. Den Rest des Tages steht entspannen am Pool an.

    Tag 10 – Kuşadası

    Heute wird nichts unternommen. Faul am Pool rumliegen, ein wenig schwimmen und Ball spielen und mehr nicht. Nachmittags gehen wir zum großen Markt in die Stadt, um nach Souvenirs und den Schüsseln zu gucken. Hier ist alles sehr touristisch, auch weil die Kreuzfahrtschiffe der großen Reedereien hier anlegen. Die Preise sind meist unverschämt, die Händler oft dreist. Ein Stand nach dem anderen mit gefakten Taschen, Uhren und sonstiger Markenware folgt auf den nächsten. Ein Unding, dass das hier erlaubt ist.

    Später finde ich in einer Seitenstraße des riesigen Marktes unsere Schüsseln. Sie sehen nicht nur gut aus, ich bekomme sie auch zu einem klasse Preis. 55TL zahle ich dafür, plus ein gratis Tee. Alle handgemacht, alle ein Unikat. Zusätzlich kaufen wir drei bunte Schmetterlinge als Deko und eine original Converse-Tasche zum Transport der Sachen.

    Tag 11 – Ephesus

    Heute fahren wir zu einer der ältesten und bedeutendsten griechischen Städte des Altertums – Ephesos. Mit dem Tempel der Artemis (Artemision) steht hier eines der Sieben Weltwunder. Bereits 5000 vor Christus siedelten hier die ersten Menschen. Ephesus ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Ägäisküste. Wir machen wieder den Fehler und fahren Vormittags dort hin.

    Per Dolmusch, welchen wir an einem Busbahnhof von Kusadasi finden, fahren wir bis zum Abzweig von Ephesus. Der Bus fährt weiter nach Selcuk. Von dort sind es ca. 1km zu laufen. Taxifahrer stehen natürlich bereit und auch hier wird einem dreist ins Gesicht gelogen. Der Weg sei für Fußgänger gesperrt oder es sind noch 2,5km usw. Einfach freundlich nickend vorbei gehen.

    Vor dem Eingang findet man ab und zu Guides, welche aber auch alle recht teuer sind. Es gibt hier einen Audioguide, welcher ganz sinnvoll und nicht so teuer ist. Wir nehmen diesen und schauen uns das Große Theater, die Bibliothek, die Toilettenanlagen und die Tempel an. Eine Karte von Ephesus gibt es zum Beispiel hier.

    [box type=“info“ size=“medium“ title=“Ephesus morgens meiden!“]Ephesus ist ein sehr interessantes Ausflugsziel, sollte aber am Vormittag gemieden werden. Es sind unglaublich viele Touristen hier. Ein Besuch ab 14:00 Uhr und später ist empfehlenswert.[/box]

    Wir haben uns Zeit gelassen und knappe drei Stunden für die Besichtigung gebraucht. Anschließend fahren wir nach Selçuk, der Nachbarstadt und Nachfolgesiedlung des antiken Ephesos. Sehr viel Interessantes entdecken wir hier nicht. Es geht zurück zum Hotelpool.

    Tag 12 & 13 – Kusadasi

    Wir relaxen zwei Tage am Pool. Da die anderen Strände weiter außerhalb sind und wir nicht wieder wie die Ölsardinen liegen wollten, erscheint uns dies am sinnvollsten. Ab und zu wandere ich durch die Stadt, da ich noch einen neuen Gürtel suche. Im Markt gibt es nur gefälschte Diesel, G-Star oder Tommy Hilfiger Gürtel. Ich such doch nur einen einfachen Gürtel ohne Schnickschnack!

    Wie es der Zufall will, komme ich auf dem Rückweg durch irgendwelche Seitenstraßen, bei einem türkischen Sattlermeister vorbei. Er hat genau das was ich suche – einen einfach braunen Ledergürtel. Echtes Leder und direkt vom Meister. Für ca. 5,- Euro erhalte ich hier beste Qualität und unterstütze einen ehrlich-arbeitenden Einheimischen. Nebenan finde ich für 1 Türkischen Lira noch ein Gummiball für den Pool. Im Markt wollten sie dafür 12 TL haben.

    Tag 14 – Pamukkale

    Schlammbad in den Thermalquellen

    Schlammbad in den Thermalquellen

    Heute ist der letzte Tag, bevor es nach Hause geht und es steht der Ausflug nach Pamukkale an. Der Bus kommt 30 Minuten zu spät und es ist kein deutschsprachiger Guide an Bord. Wir sind dementsprechend angesäuert. Die Fahrt mit einem englischen Guide ist nämlich günstiger. Wir sind aber nicht die einzigen Gelackmeierten. Eine bunte Gruppe mit vielen Nationalitäten. Ein paar Russen verstehen so gut wie kein Wort Englisch.

    Die Fahrt zu den beeindruckenden Kalksinterterrassen dauert gute drei Stunden. Die Terrassen stehen natürlich auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO und wurden über Jahrtausende durch kalkhaltige Thermalquellen geformt. Ein Touristenmagnet und sehr sehenswert. Direkt nebenan ist die antike Stadt Hierapolis.

    Vor Pamukkale halten wir an einem Hotel in der Nähe, in welchem wir zu Mittag essen und kurz Zeit für ein Schlammbad in verschiedenen Thermalquellen ist.

    In Pamukkale angekommen haben wir viel Zeit, um dieses Naturwunder anzuschauen. Unser Guide spricht sehr schlecht Englisch und scheint wenig Ahnung zu haben. Doppelt ärgerlich für uns. Somit machen wir uns alleine auf den Weg. Ich bin ziemlich erschrocken über das Verhalten der Touristen. An einem Teil der Terrassen ist das Baden möglich. Dadurch laufen im gesamten Komplex die Leute in Badehose und Bikini rum. Das das bei der Vielzahl an Leuten nicht immer schön anzuschauen ist, dürfte selbstverständlich sein. Außerdem sind wir hier nicht am Strand, sondern in einer antiken Stadt, in einem muslimischen Land (off. laizistisch), wo jeder durchaus ein wenig auf die lokalen Gegebenheiten Rücksicht nehmen sollten. Auf den Terrassen räkeln sich die Damen wie beim Playboyshooting.

    Bevor wir gegen 15:30 Uhr wieder nach Kusadasi fahren, warten wir vergebens auf eine Dame. Sie ist verloren und wir finden sie nicht wieder. Irgendwann müssen wir aber zurück fahren und machen uns schließlich auf den Heimweg. Unten im Dorf finden wir sie dann doch noch wieder. In Tränen aufgelöst und erleichtert steigt sie ein. Wie sich herausstellt, ist sie durch den falschen Ausgang gegangen. Keine Ahnung wie so etwas passieren kann. Den letzten Abend genießen wir in einem Restaurant in der Stadt, bevor es dann am nächsten Morgen nach Hause geht.

    Fazit des Urlaubs

    Istanbul ist eine sehr schöne Stadt, welche jeder unbedingt auf seinem Urlaubsziele-Zettel haben sollte. Ebenso ist Kappadokien ein Traum für Wanderer sowie Landschafts- und Kulturbegeisterte. Die Menschen waren wie erwartet durchweg sehr freundlich. Kusadasi hat seinen Charme durch die extreme touristische Wandlung bereits verloren. Hier würden wir nicht erneut herkommen. Einzig die Lage für Ausflüge ist sehr gut. Ich bin mir sicher, dass dies nicht unser letzter Besuch in der Türkei war. Und damit sage ich hoşçakal und güle güle.

    Video – Türkei Reisebericht

    Ich möchte zum Schluß unbedingt darauf hinweisen, dass alle Fotos dem Copyright unterliegen und nicht weiterveröffentlicht werden dürfen. Anfragen gerne per E-Mail.

    Ich freue mich auf Kommentare, Anregungen, Tipps und Tricks, Erlebnisse usw.