In diversen Urlaubsländern sind besonders Alleinreisende und Paare Ziel von Betrügern. In Istanbul lauern einige dieser dreisten Touristenfallen auf den ahnungslosen Urlauber.

Ob auf der Straße, in der Bar oder im Taxi, überall können unwissende Urlauber auf Betrüger treffen. Das gilt nicht nur für Istanbul. Jedes Land, jede Stadt hat seine eigenen Maschen und Betrugsversuche. Dabei ist es so, dass in vielen Fällen die Tricks der Gauner für den Reisenden erkennbar und vermeidbar sind.


Was in Istanbul gilt, dass wird unter Umständen auch in Mumbai, Paris oder Rom versucht. Etwas gesunder Menschenverstand, ein bisschen Skepsis und unsere Übersicht können dabei helfen, nicht in Touristenfallen in Istanbul oder sonstwo zu tappen.

Diese Abzocke-Übersicht soll aufklären und vor Betrug schützen. Ich möchte hier keinesfalls die Türken oder sonst wen als Betrüger und Verbrecher darstellen. Die meisten sind äußerst freundlich. Und das es eine Einladung zum Bier, Essen etc. gibt, ist nicht in jedem Fall ein Versuch ans Geld zu kommen. Trotzdem gilt “Augen auf” in fremden Ländern.

Der “Ich lade Dich zu einem Bier ein” Trick

Bier trinken in Istanbul

Bier trinken in Istanbul

Diese Masche ist besonders in der Gegend um den Taksim Platz und der Istiklal Caddesi bekannt. Alleinreisende sind dabei das bevorzugte Ziel der Betrüger.

Der Tourist wird meist Abends von einem jungen, freundlichen und gut Englisch sprechendem Türken, einem Geschäftsreisenden eines angrenzenden Landes oder jemand der in die Türkei ausgewandert ist angesprochen. Wie üblich wird sich hier über Herkunft, Arbeit und andere Themen, welche im Small Talk üblich sind, unterhalten. Nach kurzer Zeit wird vorgeschlagen, dass man zusammen ein Bier in einer Bar trinken gehen könnte. Der Türke kennt natürlich eine gute Bar.

Eventuell kommen nun weitere Begleiter des Betrügers hinzu – meist Damen – und trinken etwas mit. Wer jedoch glaubt, dass man hier nur sein eigenes Bier für 3,- Euro zahlt, der wird sich wundern. Denn die Bestellung wird oft komplett auf den Touristen abgewälzt. Das wäre auch nicht weiter schlimm, wenn alles zusammen nicht plötzlich mehrere hundert Türkisch Lira kosten würde. Die Preise dieser besonderen Getränkekarte werden anschließend vom Barbetreiber, dem Personal und seinen Freunden rigoros durchgesetzt. Ein kostenloser Escortservice zum nächsten Geldautomaten ist jetzt garantiert.

Ihr müsst nun nicht jeden Türken verdächtigen, dass er euch abzocken will, aber solltet ihr Lust auf einen Drink mit jemanden in Istanbul haben, dann sucht selber ein Lokal, eventuell auch mit anderen Touristen, aus.

So etwas Ähnliches ist mir selber schon in Sri Lanka passiert. Jedoch verlief es bei mir sehr glimpflich ab. Ich musste hierbei für meinen Guide und Fahrer die Getränke mitbezahlen. Ein 0,65L Bier für 5,- Euro ist jedoch keine große Abzocke.


Der “Schuhputz” Trick

Schuhputzer in Istanbul

Schuhputzer Istanbul – © Sinan Mucur / pixelio.de

Da wir im Sommer und mit Flip-Flops unterwegs waren, ist mir diese Masche selber nicht untergekommen. An Touristenplätzen in Istanbul laufen verschiedene mobile Schuhputzer umher. Diese bieten zum einen den regulären Schuhputzdienst an, zum anderen versuchen sie gutmütige Touristen zu betrügen.

Während der Schuhputzer mit seinem Korb und Kasten durch die Straßen zieht, verliert er plötzlich unbemerkt eine Bürste. Dies ist natürlich gewollt und bevor man sich versieht ist man mitten in seinem fiesen Spiel involviert.

In der Regel hebt fast jeder höfliche und hilfsbereite Mensch die Bürste auf und gibt sie ihm wieder. Da der arme Mann nun so furchtbar erleichtert ist, besteht er als Dank darauf, einem die Schuhe zu putzen. Anschließend bittet er jedoch zur Kasse! Meist noch recht dreist um 20-25 TL.

Wer das Bezahlen verweigert muss keine Konsequenzen befürchten. Mehr als ein paar Beschimpfungen wird es nicht geben.

Die “Empfehlung des Hauses” in Bars/Restaurants

Auf diese Masche werdet ihr in großen oder sehr touristischen Restaurants nicht unbedingt oft stoßen. Aber generell gilt, immer eine Karte mit Preisen für Getränke und Essen zeigen lassen oder vor der Bestellung explizit fragen.

Spezialitäten in Istanbul

Spezialitäten in Istanbul

Gerne werden in Restaurants eine Empfehlung des Hauses mit tollen Speisen zusammengestellt. Und da diese ganz besonders und exquisit sind, sind sie auch ganz besonders teuer. Deshalb möglichst auf Gerichte aus der Karte bestehen.

Es ist in einigen Fischrestaurant unter der Galata Brücke nicht unüblich, dass man mit Freigetränken gelockt wird. Zwei Gläser Wein, Brot und Wasser sind direkt auf dem Tisch, ungefragt! Und der kleine bestellte Hummer wog anschließend 3kg. Die Rechnung enthält anschließend alle Getränke und Speisen, egal ob bestellt oder nicht, egal ob vorhanden oder nicht. Von Freigetränken hat der Chef vorher nichts gesagt! Das ist alles möglich. Lasst euch also immer eine Karte mit Preisen zeigen und bezahlt nicht blind alles.

Die “Taxifahrer” Masche

Diese Phänomen trifft man fast überall auf der Welt. Besonders in Ländern, in welchen ein Taxameter keine Pflicht ist oder erst gar keines existiert. Hier wird dann besonders gerne ein Pauschalpreis ausgehandelt.

Taxi in Istanbul - Vorsicht Abzocke!

Taxi in Istanbul – © Manuel Schlarmann / pixelio.de

In der Türkei ist es mittlerweile für Taxifahrer Pflicht den Taxameter einzuschalten. Wer mit dem Taxi fährt, sollte also immer darauf bestehen! Andernfalls werden gerne Preise verhandelt. In einigen Fällen erscheinen diese sogar günstig. Besonders, wenn man sich bereits ein wenig mit der Entfernung und den Preisen von Taxis auskennt. Der Trick einiger Fahrer ist aber das vermeintlich schlechte Englisch. Wird vorher fünf Lira ausgemacht, sind es am Ziel gerne 15 Lira. Man hat es natürlich vorher falsch verstanden.

Vorsicht gilt anschließend auch beim Bezahlen. Ein paar trickreiche Fahrer lassen Scheine blitzschnell verschwinden und zeigen kurz darauf einen kleinen Wertschein hoch, welchen man angeblich gegeben hat. Deshalb am besten den Schein festhalten, bis man das Wechselgeld bekommen hat

Die dritte Masche der Taxi-Fahrer ist die Unwissenheit. Die nicht gewollte Stadtrundfahrt kann teuer werden, wenn der Fahrer die Adresse nicht kennt, ob bewusst oder unbewusst ist dabei egal. Da es in Istanbul oft keine oder doppelte Straßennamen gibt, kann dies durchaus passen. Daher bestellt man sein Taxi am besten im Hotel, Restaurant oder Geschäft, wo die Fahrer lieber keinen späteren Ärger riskieren.

Wer sich betrogen fühlt, sollte unbedingt die Nummer des Taxis und die Lizenznummer des Fahrers aufschreiben. Gerne auch sehr offensichtlich, dies schreckt bereits vor Betrug ab. Die Touristenpolizeistation ist gegenüber der Basilika Zisterne, wenn es Problem gibt.

Der “Euro-Münzen Tausch” Trick

Euromünzen tauschen

Euromünzen tauschen – © Benjamin Klack / pixelio.de

Die Souvenirverkäufer in vielen beliebten Urlaubsländern nehmen auch gerne den Euro als Bezahlung an. Durch Kreuzfahrtgäste oder Tagestouristen ist es nicht unüblich keine Landeswährung zu haben. Lieber dieses Geld, als gar keines, werden sich die Verkäufer denken. Anschließend haben sie leider das Problem, dass sie die Euro-Münzen nicht in der Bank umtauschen können. Eine gute Möglichkeit ist daher ein Tausch des Geldes bei Touristen.

Es wird gebeten die Münzen in Scheine zu tauschen. Der Verkäufer zählt die Euromünzen vor der Augen des Reisenden ab und übergibt ihm diese. Das geht in einigen Fällen sehr schnell und er schafft es die großen Münzen im Ärmel verschwinden zu lassen. Die Centstücke bleiben übrig und da man vorher ein Souvenir in die Hand gedrückt bekommen hat, ist keine Hand zum nachzählen frei. In diesem Moment kümmern sich sofort befreundete Souvenirverkäufer um den abgezockten Urlauber und wollen ebenfalls Geld wechseln. Der Fluchtinstinkt vieler Urlauber spielt den Abzockern jetzt in die Karten.

Diese Masche kenne ich aus verschiedenen Ländern und überall wird davor gewarnt. Aber auch hier ist nicht jeder gleich ein Betrüger. Das Problem lösen die Urlauber leider erst selber aus. Am besten immer in der Währung des Landes zahlen und ein kleines Trinkgeld geben.


Der “Night Club” Trick

Das Nachtleben in Istanbul wird ausgiebig zelebriert. Unzählige Clubs und Bars warten auf Kunden und Touristen. Wer Party in Istanbul machen möchte, der sollte sich vorher über mögliche Clubs informieren oder beim Hotel etc. fragen.

Unbedingt abzuraten ist von spontanen Ausflügen, bei welchen der Taxi-Fahrer zum nächsten Club fahren soll. Dieser wird euch unter Umständen beim nächsten Strip-Club abliefern. Da spricht generell nichts dagegen. Und das ihr den Champagner für die Damen zahlen müsst, ist sicher auch nichts Neues. Möglicherweise merkt ihr aber auch schnell, dass ihr eigentlich in eine Disko wolltet und besser schnell gehen wollt. Das euch die kräftigen Türsteher nun eine Rechnung von 100 TL oder mehr bringen ist nicht verwunderlich, aber angesichts von einem Bier und einer Cola vielleicht etwas zu teuer.

 


Es gibt von den Holidaycheck-Testern auch noch ein schönes Video mit einigen Beispielen von Touristen-Nepp. Der Schauort ist zwar Side, aber diese Abzockversuche gibt es auch in anderen Orten und Ländern. Auf jeden Fall mal gut es gesehen zu haben.

Ihr hoffe ihr seid jetzt ein wenig präpariert und gewappnet für euren Istanbul-Urlaub. Diese Stadt ist wunderschön und hat viel zu bieten. Und der tolle Urlaub soll doch nicht durch eine der billigen Abzockversuche getrübt werden.

Kennt Ihr weitere Abzockmethoden in Istanbul? Ist euch gleiches auch schon passiert? Ich hoffe doch nicht!

 

2 Kommentare

 

  1. 17. November 2013  20:31 by Ulf Johansen

    Sehr treffend ; kenne ich von Nordafrika, Türkei, Libanon, Sir Lanka und sonst überall !
    Man muss immer sehr aufpassen und NEIN DANKE sagen- höflich aber bestimmt !
    Gruß
    Ulf

  2. 27. Oktober 2014  22:21 by MrBielefeld

    Das Einschalten des Taxameters im Taxi alleine schützt nicht vor Betrug! Mehrere Taxifahrer haben die Taxameter während der Fahrt offensichtlich manipuliert, so dass der Fahrpreis sich etwa verdoppelte! Diskussionen werden mit starkem Verkehr geführt.
    Wenn das Taxameter im Rückspiegel untergebracht, also für den Gast gut sichtbar war, ist uns dies nicht passiert.

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